Test: Sony Vaio M ist gut für Einsteiger mit Geld
Während Asus, Acer und MSI zu einem schöneren Design und längerer Laufzeit streben, probiert Sony in ihrem Netbook Segment einen günstigen Mitspieler zu platzieren, der in fast keiner Form mit der Konkurrenz mithalten kann.
Das Sony Vaio M Netbook hat einen kleineren Akku, ungewöhnlich enge Tastatur und ein mattes Gehäuse, dem man das billig Plastik schon vom weiten ansieht. Trotzdem kann man damit ganz gut arbeiten und die vorinstallierte Software stört auch nicht wirklich, obwohl diese ganz schön umfangreich ist.
Im folgenden Test werde ich die Vor- und Nachteile des aktuell 350 Euro teuren Netbooks von Sony euch näher bringen.
Über Optik lässt sich streiten
Als ich das erste Mal das Sony Netbook gesehen hatte, fiel mir sofort die kleine Tastatur und der dicke Bildschirmrand auf. Positiv an dem kompletten Gerät ist allerdings, das man kein Mikrofasertuch mit sich führen braucht, da es keine einzige spiegelnde Oberfläche gibt.
Der Gehäusedeckel ist mit einem Sony typischen Vaio Schriftzug aus Chrom verziert. Das matte weiss oder schwarz wirkt edel. Wenn man das Display aber aufklappt, merkt man sofort an der silbernen Handballenauflage, dass nicht unbedingt hochwertiges Material verwendet wurde. Bereits nach drei Tagen von recht kurzem Gebrauch sind schon ein paar Kratzer sichtbar gewesen.
Zwar sind die Anschlüsse die gleichen wie bei allen anderen Netbooks, dennoch hat Sony alle drei USB Stecker gleich nebeneinander auf der rechten Seite platziert. Dadurch ist bei der Verwendung von viel Zubehör der Kabelsalat nur auf einer Seite, aber man kommt schwerer ran, wenn der USB Stick oder ähnliches etwas breiter ist.
Links befindet sich der Stromanschluss, Gehäuselüfter, VGA Ausgang, Netzwerk Stecker und Memory Stick Pro Duo und SD Kartenleser.
Kopfhörer und Mikrofon Anschlüsse sind an der Vorderseite zu finden, genau so wie der WLAN und An/Aus Schalter.
Während dem Gebrauch wird man von keine störenden hellen LEDs geblendet, wie es leider bei manch anderem Netbook der Fall ist. Sony hat rechts über der Tastatur die Numlock, Capslock und Scrollbar Anzeige angebracht und alle anderen dezent zwischen die Schalter an der Vorderseite.
Die Unterseite besteht aus einer großen matten Oberfläche und den üblichen Sticker. Die Japaner ermöglichen uns leider nicht einfach die Festplatte oder den RAM auf zu rüsten.
Die Tastatur und Maus überzeugen bei dem Vaio M aber überraschender Weise. Obwohl die Tasten für ein 10 Zoll Gerät recht klein sind, kann man dank der klassischen Form flott und fehlerlos drauf schreiben. Man drückt auch nicht ausversehen auf das Touchpad, sodass der Mauszeiger hin und her springt. Die linke Shift Taste könnte etwas größer sein und das TAB auch, aber man hat sich schnell dran gewöhnt und dieser Test war auch in recht kurzer Zeit auf dem Vaio M verfasst, obwohl ich mit einem verstauchten rechten Mittelfinger kämpfe.
Das Touchpad regiert äußerst Präzise, auch auf Multitouch Befehle wie Zoomen und scrollen. Ich habe noch kein so bequemes und gutes Arbeitsmittel gehabt, da die Oberfläche einfach angenehm rau und der Rand klar ertastbar sind. Die Maustasten könnten aber noch etwas besser sein. Sie sind zwar separat von einander zu betätigen, aber die rechte muss man viel zu stark drücken, während die linke ganz gut reagiert.
Das 10,1 Zoll matte Display ist in jeder Wetter- und Tageslage gut sichtbar (300 cd/m2 schafft nur das MSI U100, alle anderen sind ca 220 cd/m2 hell). Der weisse Rand hilft dem Kontrast zwar nicht unbedingt, aber immerhin ist er kein Fingerabdruck Magnet. Leider fühlen sich die Bildschirmscharnieren nicht sehr stabil an, wie beim MSI Wind U100, aber ich könnte mir vorstellen das sie doch recht lange halten. Die 1,3 MP Webcam ist oben, in der Mitte, eingebaut, zusammen mit einer Status LED und dem Mikrofon gleich daneben.
Das Netbook ist nicht laut, aber der Lüfter bläst ständig und die Festplatte kommt auch nicht oft zum halt. Über der Tastatur sind eigentlich genug Lüfterschlitze vorhanden, sodass kein ständiger Luftstrom herrschen müsste, vor allem nicht wenn ich nur ein Textdokument verfasse, dennoch kommt der Lüfter so gut wie nie zum halt, was in einem stillen Arbeitszimmer oder Im Wohnzimmer beim Filmschauen, doch störend sein kann.
Software und Hardware stimmen
Nachdem man die Windows 7 Starter Erstinstallations-Prozedur nach 30 Minuten abgeschlossen hat, erwartet einen beim Sony Vaio M ein leerer Desktop. Die ist dem Sony Gate Programm zu verdanken, das ähnlich wie bei der Asus Eee Bar, einen Pfeil in der Mitte am oberen Bildschirmrandes anzeigt. Beim drüber fahren mit der Maus erscheinen dann vorinstallierte Programmverknüpfungen die man selbst anlegen kann. Natürlich kann man diese Programmhilfe einfach ausschalten und somit die Hochfahrzeit auf 47 Sekunden von fast einer Minute verkürzen.
Neben ein paar Sony Programmen, wie dem PMB (Picture Motion Browser), Vaio Media Plus, Vaio Care usw. ist das übliche Software Packet wie, Microsoft Office 60 Tage Testversion, Norton Online Backup und McAffee AntiVir zum testen drauf.
Die Benchmark Werte finde ich nicht unbedingt spannend, da sich die Netbooks in dieser Hinsicht kaum unterscheiden. Hier sind trotzdem die wichtigsten Tests die man in Erwägung ziehen könnte. In Geekbench gab es 114 Punkte. AquaMark 03 verlieh 5400 Punkte.
Die Akkulaufzeit ist bei dem Sony Netbook zwar nicht überragend, was unter anderem an dem kleinen 3600mAH /40Wh Akku liegt, aber für kürzere Reisen oder ein Paar Notizen in der Uni sollte es ausreichen.
Wenn man alles ausschaltet und die Bildschirmhelligkeit auf ein Minimum setzt, sind sechs Stunden und 12 Minuten Saft vorhanden. Bei der maximalen Helligkeit und immer noch dem Wlan/Bluetooth, Webcam und Musik ausgeschaltet kann man vier Stunden und 13 Minuten seine Bücher oder Webseiten in der prallen Sonne lesen. Mit WLan und mittlerer Helligkeit sind vier Stunden 30 Minuten surfen im Web möglich. Wenn man den armen Vaio M zu 100 Prozent mit HD Flash Video Streamen oder Computer spielen auslastet, muss man nach vier Stunden, vier Minuten schon nach einer Steckdose suchen.
Guter Kauf für kurze Arbeiten
Sony hat mit der Wahl eines kleinen Akkus eigentlich keine schlechte Entscheidung gefällt, denn das ist eigentlich das größte Manko des Sony Vaio M. An die kleine Tastatur hat man sich schnell gewöhnt und wenn man das schwarze Modell kauft, sieht man die kleinen Kratzer am weichen Plastik Gehäuse auch nicht sofort.
Nach meinem ersten Hands On im Saturn vor zwei Wochen hätte ich noch nicht gedacht das ich dem Vaio M eine Kaufempfehlung geben kann, aber wem die 350 Euro nicht zu schade ist und gerne ein Markennetbook haben will, kann gerne zugreifen. Mit vier Stunden Laufzeit kann man einen Schultag oder eine Flugverspätung gut durchhalten, wenn auch für Workaholics vielleicht ein Zweitakku angesagt ist.
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Hier findet ihr noch alle Links zu den Artikeln und Videos die sich auf das Netbook beziehen.
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