Test: Medion Akoya Mini E1312 MD97690 mit 11,6 Zoll
Das erste in Deutschland erhältliche Netbook mit einem AMD Prozessor kommt unter dem Namen Medion Akoya Mini E1312 in den Aldi Filialen auf den Markt. Mit einem Preis von 399 Euro für einen 11,6 Zoll Bildschirm mit HD Auflösung und einem 6 Zellen Akku denkt man dass man ein gutes Netbook bzw. Subnotebook erhalten wird. Mit einem Gewicht von 1,42Kg und der Laufzeit von 4 Stunden passt es auch genau ins Mittelfeld der Schnäppchengeräte und kann mit den Konkurrenten von Samsung und Lenovo mithalten. Spiegelndes Display und nur schwer austauschbare Komponenten sind der Nachteil während 1366×768 Pixel und HDMI Ausgang klar auf der Pro Seite der Argumente steht.
Im folgenden Test erfahrt ihr noch mehr Daten und Eindrücke über das neue “Aldi Netbook” welches den Trend der großen Bildschirme in 2009 folgt.
Optik
Beim Auspacken fällt einem sofort das schicke Gehäuse des zu groß geratenen Netbooks auf welches überall schön abgerundet ist und leider auch auf dem Gehäusedeckel verspiegelt. Bei dem weissen Modell sieht man dort die Fingerabdrücke zwar nicht, aber beim schwarzen freut man sich das Medion ein Mikrofasertuch beigelegt hat.


Die Eingänge unterscheiden von anderen Netbooks durch die Beigabe von einem HDMI und ExpressCard Slot. Der Rest bleibt gleich mit 3 USB 2.0 Ports, VGA Out, DC-in, Kensington auf beiden Seiten, 10/100 Mbit LAN, Kopfhörer und Mikrofon 3,5mm Ports und dem Multicardreader bei dem leider die SD karte etwas raushängt, was aber nicht mehr wie bei microbluetooth steckern ist.
Das Display ist mit komplett verspiegelt und 2cm großen schwarzen Rand wodurch der Filmgenuss wie im Kino rüberkommt. Mit einer Bildschirmdiagonale von 29cm, 11,6 Zoll, und einer Auflösung von 1366×768 kann man endlich effektiv in Office 2007 oder Internetbrowser arbeiten ohne andauernd mit der Maus rumscrollen zu müssen. Leider ist der Blickwinkel mal wieder auf 120° begrenzt wodurch das Arbeiten mit einem Unterständer nicht immer angenehm ist.
Die Tastatur ist das A und O für viele Mobile Anwender weswegen es gerne als Hauptkriterium angesehen wird. Medion hat es geschafft eine Fullsize Tastatur in das üppige Gehäuse einzubauen wodurch Vieltipper voll auf ihre kosten kommen. zwar ist die FN Taste mit der linken Strg. Taste vertauscht und die rechte Shift Taste nicht breiter wie der Bildschirmrand aber man gewöhnt sich schnell wieder an die Fingerfreihet. Die ganze Tastatur ist nicht sehr laut bietet aber einen etwas unklaren Druckpunkt und fühlt sich dadurch abgenutzt an, aber immerhin stimmt der Tastenabstand. Das Touchpad ist mit 4cm x 3cm um 50% größer wie bei einem Samsung NC10 hat aber leider kein Multitouch oder Scrollfunktion.
Der Rand ist klar erfühlbar und ist auch komplett durch einen FN+F3 Shortcut ausschaltbar. Die Maustasten sind leider wieder wieder eine Wippe wobei der Druckpunkt klar erfühlbar ist. Das Klickgeräusch ist nicht nur lauter wie üblich sondern erschwer das Doppelklicken auch ungemein.
Leistung:
Durch die Wahl eines 11,6 Zoll Bildschirmes ist der billige Atom N270 Verbau laut intel nicht erlaubt weswegen Medion auf den billigen AMD Sempron 210U zurückgegriffen hat. Dieser verbraucht in Kombination mit der ATI Radeon Xpress 1250 15W, weswegen mit dem mitgelieferten 6 Zellen Akku keine lange Laufzeit möglich ist. Die üblichen 1GB DDR2 RAM und 160GB Festplattenspeicher sollten sich allerdings als genug erweisen um im Internet zu surfen und ein paar 720p Videos betrachten zu können.
Dank vorinstallierter Antiviren Software von Bullguard, MS Office 2007 und anderer Software kann man zwar gleich mit dem Arbeiten loslegen aber die Hochfahrzeit von 1:07 Sekunden ins Windows XP Home SP3 sind schon eine Zumutung.
Immerhin ist eine flüssige Wiedergabe von 720p Trailern möglich und auch noch klar hörbar aus dem anderen Ende eines 30qm Raumes bei voller Lautstärke. 1080p Videos schauen da schon anders aus, denn diese ruckelten deutlich, selbst bei dem Windows Mediaplayer Classic welcher das optimalste Ergebnis in den meisten Fällen liefert. Dies lässt uns doch schon überlegen wieso wir einen HDMI Ausgang benötigen wenn dieser höchstens zum Internetsurfen auf dem Großbildfernsehgerät nützlich ist.
In Sachen Performance sagen die zahlen von dem PCMark05 und 3DMark03 Test im vergleich zu den anderen Netbooks am meisten aus. Mit ganzen 1875 Punkten im PCMarkt05 Test hat es ganze 250 Punkte mehr wie ein Lenovo S10-2 und andere 10 Zoll geräte. Im 3D Betrieb erreichte es beim 3DMark03 Test satte 1296 Punkte was sogar genau das doppelte von einem Lenovo S10-2 ist. Erwartet aber jetzt nicht das man darauf Call of Duty 4 spielen kann. Denn die bessere Leistung hat auch einen entsprechenden Preis wie ihr jetzt an der Akkulaufzeit feststellen werdet.
Kommen wir zum ernüchternden Teil den ich schon angekündigt hatte, der Akkulaufzeit. Für Benutzter die bis jetzt kein Netbook hatten werden zwar mit 4 Stunden bei niedrigster Helligkeit und im Eco Modus (Webam, Wlan, Bluetooth, LAN aus) zufrieden sein, aber wenn gleichgroße Geräte mit über 8 Stunden bei Wlan Einsatz und mittlerer Helligkeit über die Runden kommen, sollte man am besten sofort den Medienshop besuchen. Dort gibt es nämlich noch einen 9 Zellen Akku für 70 Euro zu kaufen der uns 5 oder mehr Stunden beim aktiven Internetsurfen einbringen sollte. Momentan liegt die nämlich bei mittlerer Helligkeit und noch Musik im Hintergrund bei 2 Stunden 36 Minuten. Zum Aufladen im ausgeschalteten Zustand hat es ganze 2 Stunden gedauert von 5% auf 100%.
Fazit:
Komplett betrachtet ist das Medion Akoya Mini E1312 ein rundum gelungenes Stück Hardware wenn man es gleich mit dem 9 zellen Akku geliefert bekommen würde. Für alle die es nur zu Hause bei wenig Umgebungslicht benutzten und immer eine Steckdose parat haben ist es bestens geeignet, aber Studenten oder Vielflieger sollten trotz des Flugmodus etwas mit längerer Laufzeit und kleinerem Formfaktor in Erwägung ziehen. Es passt zwar gerade so in die meisten Rucksäcke aber mit dem großen Netzteil wiegt es schon ganze 2 kg. Wer noch etwas warten kann und den HDMI Ausgang voll ausnutzten möchte sollte Lenovo’s ideapad S12 mit Ion Chipsatz im August abwarten. Heavy worker werden mit dem Samsung NC20 eine bessere Akkulaufzeit und somit Wohl-bekommen erhalten.
Videos vom Unboxing und der Benutzung findet ihr hier: Link






