Test: HP Mini 210 überzeugt mit Design
Mittlerweile gibt es schon über sechs neue Netbooks mit dem Intel Atom N450 Prozessor auf dem deutschen Markt zu kaufen. Das HP Mini 210 ist eins der wenigen mit vier Farben zur Auswahl und einer so guten Tastatur wie man es sich schon gleich bei der ersten Netbookgeneration gewünscht hätte. Wenn man sich an das Touchpad mit den integrierten Maustasten gewöhnt und spiegelnde Displays nicht unbedingt ein Kriterium sind, kann man ruhig für 299 Euro zugreifen.
Nach dem Cut findet ihr meinen ausführlichen Test in dem ich meine letzte Woche mit dem HP Mini 210 beschreibe und neben Akkulaufzeiten und Bedienung natürlich auch einige Benchmarks durchgeführt habe. Durch die unveränderten technischen Daten gegenüber anderen Netbooks der neuen Generation, unterscheiden sie sich aber von Innen weniger wie von außen.
Fangen wir mit meinem Eindruck des Äußeren an, dass bei diesem Netbook sicherlich einen Großteil der Kaufentscheidung beeinflusst.
Design spielt doch eine Rolle
Besonders bei Netbooks fällt eine Entscheidung für Konsumenten äußerst schwer, da sich das Innenleben besonders ähnelt und meistens nur die Laufzeit und das Äußere die Hauptkriterien darstellen. HP hat bei ihrem bereits exzellenten ersten Modell, dem Mini 110, die besten Eigenschaften abgeschaut und sich bei der Tastatur, Touchpad und der Erweiterbarkeit einen großen Schritt nach vorne bewegt.
Der Gehäusedeckel ist in spiegelnder schwarz oder silber Optik erhältlich die Fingerabdrücke genauso gut abweisen wie die im Metallic Look gehaltene rote und blaue Version. Die Unterseite ist mit der gleichen Oberfläche beschichtet und lässt sich einfach entfernen wie ich es in einem Video demonstriere. Wenn man den Bildschirm aufklappt, erwartet uns allerdings bei jedem Modell der gleiche Anblick einer Matten Unterseite mit einem verspiegelten Bildschirm.
Über dem Display befindet sich eine 0,3 MP Webcam und ein digitales Mikrofon die eine passable Qualität beim Skypen aufweisen. Der Bildschirm hinter der glänzenden Oberfläche scheint matt zu sein, aber man kann diese leider nicht entfernen. Die Bilder erscheinen allerdings im schönsten Detail wobei der Betrachtungswinkel die erste Freude wieder sinken lässt. Von unten oder oben betrachtet verändern sich die Farben stark und im horizontalen Bereich ist es nur innerhalb eines 45 Grad Winkels anschaubar. Immerhin ist aber die Bildschirmhelligkeit in zehn Stufen von sehr dunkel bis zu sehr hell gut konfigurierbar und übertrifft leuchtarme Displays wie das vom Asus 1005PE.
Bei der Tastatur hat HP einiges verändert, denn anstatt riesige Tasten mit wenig Abstand zu benutzten ist jetzt ein Chiclet Designd wie von dem meisten anderen Herstellern verwendet wird, am Start. Es lässt sich auch bei nur 92 prozentiger Tastaturgröße komfortabel bedienen und wird viele Schnelltipper dank großer rechter und passablen linken Shift Taste zufrieden stellen. Alle Zeichen befinden sich an der richtigen Stelle wobei die Funktionstasten des Mini 210 einen neuen Weg geht. Anstatt FN + F12 zum Einschalten des Wlan drücken zu müssen, genügt nur eine Taste um jegliche Multimedia und Systemfunktion auszuführen die man täglich braucht. Um die regulären Funktionstasten beim hochfahren zu benutzten, kann man auch nur einfach F11 drücken um beispielsweise eine Systemwiederherstellung zu starten.
Die Lautlos, Wlan und Capslock Taste haben in der rechten oberen Ecke auch eine LED um dessen Status an zu zeigen. Leider ist das Weiss in einem dunklen Raum etwas störend aber keinesfalls so schlimm wie manche blauen Laptop LEDs. Der Druckpunkt ist nicht wirklich tief aber bietet genügend Feedback um schnell und fehlerlos nach kurzer Zeit drauf schreiben zu können. Zwei negative Aspekte sind das sich zwischen den Tasten eine Klavierlack Oberfläche befindet, die recht schnell mit Fingerabdrücken übersät ist und das etwas laute Tippgeräusch das die Tastatur von sich gibt.
Das Touchpad ist eines der größten das ich bis jetzt in einem Netbook eingebaut gesehen habe. Es hat einen klar sichtbaren und ertastbaren Rand und Multitouch Funktionen wie Zoomen und zweifinger Scrollen. Die Maustasten sind in der linken und rechten unteren Ecke des Touchpads eingebaut. Zwar fühlt man einen klaren Druckpunkt auf beiden Seiten aber nach mehrmaligen aussetzen auf der linken Seite bin ich auf das leichte stupsen der Oberfläche umgestiegen. Die einhändige Benutzung könnte bei dem Multitouchpad auch die schlauere Wahl sein, denn mehrmals ist anstatt einer Drag & Drop Aktion die Maus nur quer über den Bildschirm gesprungen.
Die Anschlüsse auf der linken Seite beinhalten einen Stromeingang, VGA Ausgang, Luftzufuhr, Festplatten Status LED, einen USB 2.0 Port und einen 3,5mm Headset Eingang ohne separaten Anschluss für ein Mikrofon. An der Vorderseite befinden sich nur zwei sehr gute Lautsprecher und die Rückseite wird auch nur von einem herausstehenden sechs Zellen Akku beherrscht.
Auf der rechten Seite findet man einen Kensington Lock, einen aktiv Lüfter (dieser läuft ständig bei einer fast unhörbaren Frequenz), zwei USB 2.0 Ports, den Powerschalter zum schieben und einen All in One Kartenleser für SD/SDHC, MMC, MS und xD Karten.
Leider steht der Akku wie schon erwähnt nicht nur nach hinten sondern auch nach unten raus wodurch es in die meisten 10 Zoll Taschen nicht passen wird, dafür aber sich bequem als eBook Reader halten lässt. Die Schreibergonomie ist durch die leicht schräge Unterseite auch besser. Das Gewicht ist mit 1,23 Kg angenehm und sogar 100 Gramm leichter wie manch ein anderes Netbook mit sechs Zellen Akku.
Das war jetzt aber genug von der Optik. Alles andere sollte sich aus den Bildern erschließen lassen. Kommen wir also zu dem Herzstück des HP Mini 210.
Was versteckt sich hinter dem Äußeren?
Ich finde es immer wieder faszinierend wie bei der gleichen technischen Ausstattung jedes mal andere Werte bei den unterschiedlichen Netbooks ans Tageslicht kommen. Das Mini 210 bleibt leider etwas hinter den anderen Pine Trail Geräten zurück, ist aber keinesfalls langsam oder kurzlebig.
In der Standardausstattung hat es einen Intel Atom N450 Prozessor mit 1,66Ghz. Eine 250GB Festplatte, 1GB Arbeitsspeicher und Wlan b/g/n Chip sind eingebaut. Natürlich ist nur ein Windows 7 Starter vorinstalliert das insgesamt mit Recovery Partition und dem QuickBoot Betriebssystem noch 210GB freien Speicherplatz übrig lässt.
Im HP Shop wird es bald auch die Option geben noch einen Broadcom HD Chip nachrüsten zu lassen um 1080p Video ohne Probleme wieder geben zu können sowie die höhere Auflösung von 1366 x 768 statt den ursprünglichen 1024 x 600 Pixeln auf dem 10,1 Zoll Display anzeigen zu lassen.
Das Betriebssystem startet innerhalb von 50 Sekunden und ist danach sofort einsatzbereit dank vorinstalliertem Adobe Flash, Air und Reader sowie wenigen Zusatzprogrammen die kaum stören. Ein mitgeliefertes QuickBoot OS startet sogar in nur 8 Sekunden, nach betätigen des Stromschalters und leitet automatisch zu Windows weiter, wenn man 15 Sekunden lang nichts unternimmt. In diesem Splashtop Betriebssystem kann man Musik hören, Bilder anschauen, Emails schreiben, Chatten, Skypen und im Internet surfen. Es scheint zwar praktisch zu sein aber ich bleibe lieber bei Windows. Eine Video Demo gibt es hier.
Die Benchmarks ergaben keine extravaganten Werte womit das Mini 210 in dieser Hinsicht sich nicht von der Masse abheben kann. In 3D Markt schaffte es 157 Punkte (Acer 532h und Asus 1005PE mit 153/155). PC Mark 05 ergab 1345 Punkte (1332/1410) und Geekbench 872 Punkte (896/918). Der Windows 7 Index zeigte einen Wert vo 2,4 wobei der Prozessor das langsamste Glied darstellte und der Intel GMA 3150 Chip eine Bewertung von 3,1 erhielt.
Die Laufzeit überraschte mit unerwartet niedrigen Werten im Vergleich zu anderen aktuellen Netbooks (8-11 Stunden Wlan Surfing). Mit 7 Stunden und 42 Minuten beim Websurfen über Wlan und mittlerer Helligkeit sollten sich aber die meisten zufrieden geben. Bei der Divx Video Wiedergabe bei maximaler Helligkeit und Lautstärke waren noch 6 Stunden 37 Minuten heraus zu kitzeln aber bei 100 prozentiger Auslastung, dank ruckelhafter 1080p Video Wiedergabe, sank es sogar auf 4 Stunden und 13 Minuten. Die längste Laufzeit erhielt ich durch meinen Office Test, bei dem ich mit ausgeschaltetem Wlan und mittlerer Helligkeit 10 Stunden und 45 Minuten erreichen konnte.
In nur 2,5 Stunden war das HP Mini 210 immer wieder komplett aufgeladen. Leider wird im Betriebssystem die Akkulaufzeit nur als Prozentzahl angezeigt weshalb ich, für alle die gerne wissen möchten in wie vielen Minuten ihr Netbook ausgehen wird, das Programm BatteryBar empfehle.
Wie bereits in Videos zu sehen war kann man Photoshop CS4 und Counterstrike 1.6 ohne Probleme benutzen, aber bei World of Warcraft sollte man sich auf Ruckelpartien gefasst machen, soweit etwas mehr Bewegung auf dem Bildschirm auftaucht.
Preisgünstiges Netbook mit wenig auszusetzen
Wenn man in einem Flächenelektromarkt mehrere Netbooks nebeneinander ansieht, wird das HP Mini 210 sicherlich eins der hübschesten sein und kann damit die etwas kürzere Akkulaufzeit im Gegensatz zu den Konkurrenten gut kaschieren. Für den alltäglichen Gebrauch sind aber über sieben Stunden ohnehin genug und werden jeden regulären Käufer zufrieden stellen. Zwar wäre das helle Display gut außen einsetzbar aber der schlechte Betrachtungswinkel und die spiegelnde Oberfläche machen es für den Inneneinsatz attraktiver.
Wenn HP noch ein Modell mit nur 3 Zellen Akku zum Preis von ca. 250 Euro anbieten wird, könnten sie ganz schnell Acer und Asus auf ihren Spitzenpositionen einholen. Der herausstehende Akku ist für sehr viele Käufer nämlich leider neben dem Display einer der Top Gründe für einen unzufriedenen Einkauf. Sogar zum Valentinstag würde es im schicken Rot, in einer Pralinen Box versteckt, ein gutes Geschenk liefern.
Wenn ihr es plant im Internet zu kaufen, könnt ihr bei Amazon alle vier Farben kaufen und bekommt es schon am nächsten Tag ausgeliefert. Der Preis beträgt momentan 299 Euro.
Hier sind noch alle Links zu den Einzelnen Videos die ich zum HP Mini 210 gedreht habe.












